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13.06.-30.06.2012
TAW Wuppertal
Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFffT)
Fachspezifisches Ausbildungsgrundmodul „Elektrotechnik"
Zum Thema
Der Lehrgang vermittelt theoretische und praktische Kenntnisse für das Ausbildungsziel „Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten EFffT“ gemäß BGV A3.
Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten im Sinne der Durchführungsanweisungen zur BGV A3 ist,
„wer auf Grund seiner fachlichen Ausbildung in Theorie und Praxis, Kenntnisse und Erfahrungen sowie Kenntnis der bei diesen Tätigkeiten zu beachtenden Bestimmungen die ihm übertragenen Arbeiten beurteilen und mögliche Gefahren erkennen kann.“
Durch eine derartige Qualifikation können z.B. Industriemechaniker im Rahmen von Instandsetzungsarbeiten, defekte elektrische Antriebe austauschen oder ein Handwerker ist dadurch befähigt, elektrisch betriebene Geräte wie Durchlauferhitzer, Heizungskessel, Pumpen, Herde, Backöfen, Antriebe an Türen und Toren, Rollladen, Jalousien in Kundenanlagen eigenverantwortlich zu montieren, installieren und elektrisch in Betrieb zu nehmen.
Den Teilnehmern wird neben elementaren Kenntnissen im Bereich der Elektrotechnik auch elektrotechnisches Fachwissen vermittelt, das speziell auf die betrieblichen Belange ausgerichtet ist. Besonderes Augenmerk wird auf die praxisbezogene Umsetzung der Inhalte gelegt. Daher beträgt der Anteil der praktischen Übungen ca. 50% der Gesamtveranstaltung. Anschließend wird die in der BGV A3 vorgeschriebene theoretische und eine praktische Prüfung durchgeführt.
Die Themenzusammenstellung des „Ausbildungsgrundmoduls Elektrotechnik“ basiert auf der langjährigen Erfahrung mit der Zielgruppe und den hier zu erwartenden Problemstellungen.
Da die fachspezifische Tätigkeit jedoch in jedem Unternehmen anders ausfällt, muss der unternehmensspezifische Ausbildungsteil und die Bestellung zur „Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten“ gemäß BGV A3 im Unternehmen selbst erfolgen.
Die Bestellung erfolgt immer durch den Unternehmer bzw. stellvertretend durch seine verantwortliche Elektrofachkraft (VEF). Für die festgelegten Tätigkeiten muss vom Unternehmer eine Betriebs-/Arbeitsanweisung und eine dokumentierte Gefährdungsbeurteilung erstellt werden.
Im Lehrgang selbst wird auf die formalen Erfordernisse der unternehmensspezifischen Ergänzung, deren Dokumentation und die Bestellung durch das Unternehmen anhand konkreter Beispiele eingegangen.
Im Bedarfsfall kann hier in enger Absprache mit dem Unternehmen durch das Referententeam ein individuelles auf das jeweilige Unternehmen abgestimmtes Ergänzungsmodul angeboten werden.
Zielgruppe
- Ehemalige Elektrofachkräfte, die langjährig nicht mehr im erlernten Beruf tätig waren,
- Elektrotechnisch unterwiesene Personen, die bereits kleinere elektrotechnische Arbeiten durchführen,
- Servicetechniker, Fernmeldehandwerker, Schlosser, Monteure, Mechaniker, Installateure, Instandhalter, Sicherheitsbeauftragte und Fachkräfte, die im Bereich Elektrotechnik ihr Wissen auf den aktuellen Stand bringen wollen und das Ausbildungsziel „Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten“ gemäß BGV A3 anstreben.
Eingangsvoraussetzungen
Die Teilnehmer müssen über eine abgeschlossene Berufsausbildung bzw. mehrjährige praktische Tätigkeit im angestrebten Arbeitsbereich der Elektrotechnik verfügen oder vergleichbare Voraussetzungen mitbringen.
Fachliche Leitung
Dipl.-Ing. Georg Jaanineh
GELTEC - Gesellschaft für Entwicklung von Labor- und Industrietechnik,
DE - 45527 Hattingen
Inhalt
Teil 1: Basiswissen Elektrotechnik
Ladung, Strom, Potential und Spannung
- Ladung, Strom und Stromdichte
- Potential und Spannung
Elektrischer Widerstand und Leitwert
- Widerstand
- Leitwert
- Spezifischer Materialwiderstand
- Leiterwiderstand
- Ohmscher Widerstand
Einfacher Stromkreis
- Das Ohmsche Gesetz
- Geschlossener Stromkreis
Einfache Widerstandsschaltungen
- Reihenschaltung
- Parallelschaltung
- Gruppenschaltung
Leistung, Arbeit und Energie
- Leistung
- Arbeit und Energie
Einphasen-Wechselstrom
- Verschiedene Zeitfunktionen
- Kenngrößen
Kapazität und Induktivität
- Elektrisches Feld und Kapazität
- Elektromagnetisches Feld und Induktivität
Drehstrom (Dreiphasenwechselstrom)
- Dreiphasenwechselstrom
- Netzsysteme (Netzformen)
Richtiger Umgang mit Betriebsmessgeräten
- Prinzip der Spannungsmessung
- Prinzip der Strommessung
- Prinzip der Widerstandsmessung
- Spannungsprüfer
- Multimeter
- Stromzangen
Teil 2: Gefahren des elektrischen Stromes und gesetzliche Vorschriften
Wirkung des elektrischen Stromes auf den Menschen
- Körperwiderstände
- Wechselströme
- Gleichströme
- Wechselströme über 100Hz
- Herzkammerflimmern
- Große Stromstärken
- Berührungsspannungen
- Störlichtbögen (Verbrennungen und Verblitzungen)
- Konsequenzen aus den Untersuchungen
Unfälle durch den elektrischen Strom
UVV BGV A3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“
- Geltungsbereich
- Begriffe
- Grundsätze
- Grundsätze beim Fehlen elektrotechnischer Regeln
- Prüfungen
- Arbeiten an aktiven Teilen
- Arbeiten in der Nähe aktiver Teile
- Zulässige Abweichungen
Die Fünf Sicherheitsregeln
- „Freischalten“
- „Gegen Wiedereinschalten sichern“
- „Spannungsfreiheit feststellen“
- „Erden und Kurzschließen“
- „Benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken“
Teil 3: Betrieb von und Umgang mit elektrischen Anlagen (gemäß DIN VDE 0105-100)
Betrieb von und Umgang mit elektrischen Anlagen
- Ausrüstungen, Schutz- und Hilfsmittel, Werkzeuge
- Übliche Betriebsvorgänge
- Arbeitsmethoden
- Instandhaltung
- Wichtige Spielregeln
Teil 4: Ausgewählte elektrische Betriebsmittel
Ausgewählte elektrische Betriebsmittel
- Kabel und Leitungen
- Schmelzsicherungen
- NH-Sicherungen
- Leitungsschutzschalter (LS-Schalter)
- Motorschutzschalter
- Fehlerstromschalter RCD (FI-Schalter)
- Relais
- Schütze
- Transformator
- Einphasen-Wechselstrommotor
- Dreiphasen-Wechselstrommotor (Drehstrommotor)
Teil 5: Einfache Schaltpläne lesen und erstellen
Symbole der Elektrotechnik
- Schaltzeichen der Elektrotechnik
- Bildzeichen der Elektrotechnik
Schaltpläne der Elektrotechnik
- Stromlaufpläne
- Übersichtspläne
- Elektro-Installationspläne
- Verdrahtungspläne (Geräteverdrahtungspläne, Verbindungspläne, Anschlusspläne)
- Anordnungspläne
- Funktionspläne
- Betriebsmittelkennzeichnung
Beispiele aus der Praxis (Auszug)
- Standard-Lichtschaltungen in der Gebäudetechnik
- Einfache Antriebssteuerungen
- Direktes Einschalten des Drehstrommotors
- Drehstrommotor mit Motorschutzschalter
- Steuerung eines Drehstrommotors aus zwei Kreisen
- Steuerung eines Drehstrommotors mit Wendeschützschaltung
- Drehstromantrieb in Stern- und Dreieck-Schaltung
- Klimaschrank-Steuerung
- Alarmanlagen-Steuerung
- Warmluftanlage (zeitgesteuert)
- Kompressoranlage (prozessgesteuert)
Teil 6: Schutzziele und Schutzmaßnahmen
Schutzziele und Schutzmaßnahmen
- Netzsysteme
- Schutzziele und Schutzstruktur
- Schutzmaßnahmen gegen direktes Berühren (Basisschutz)
- Schutzmaßnahmen bei indirektem Berühren (Fehlerschutz)
Teil 7: Prüfen elektrotechnischer Betriebsmittel und Anlagen
Elektrotechnische Prüfungen
- Gesetzliche Grundlage
- Prüffristen
- VDE-Prüfvorschriften - Übersicht
- Geräte-Prüfungen (Betriebsmittel-Prüfungen)
- Anlagen-Prüfungen
- Maschinen-Prüfungen
- Prüfmittel
Das Prüfen
- Besichtigen
- Erproben
- Messen
- Protokollieren
Prüfen durch Messen
- Schutzleiterwiderstand
- Schleifenwiderstand (Schleifenimpedanz)
- Isolationswiderstand
- Schutzleiterstrom
- Ersatz-Ableitstrom
- Berührungsstrom o. Spannungsfreiheit berührbarer leitfähiger Teile
- Zusammenfassung der Grenzwerte für Messungen nach DIN VDE 0701-0702
Prüfung / Zertifikat
Nach erfolgreichem Abschluss der durch die BGV A3 vorgesehenen theoretischen und fachpraktischen Prüfung erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat mit detaillierter Auflistung der vermittelten Sachgebiete.
Die Teilnehmer absolvieren im Anschluss an die Veranstaltung eine theoretische und eine praktische Prüfung.
Hinweis
Für den praktischen Teil können die Teilnehmer eigene Messgeräte mitbringen.
Dauer der Veranstaltung
8 Tage (ca. 64 UE)


