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Unterweisung zur Schaltberechtigung für Elektroanlagen bis 30kV
Fachspezifische Grundlagen
Zum Thema
Unsere moderne Welt benötigt Energie. Diese zu transportieren und zu verteilen ist die Aufgabe der Energietechnik. Hiermit verbunden sind zahlreiche Schalthandlungen bei Energieversorgern, großen komplexen Industrieunternehmen, Städten und Kommunen, Unternehmen jeglicher Größenordungen und Branchen. Die Qualifikation der Personen, die „vor Ort“ dem Gefahrenpotential dieser Energie ausgesetzt sind, steht in Bezug auf die „Schalthandlungen“ im Mittelpunkt dieser Veranstaltung.
Der Begriff „Schaltberechtigung“ ist letztlich zurückzuführen auf die VDE-Vorschriften, insbesondere die VDE 0105 Teil 100. Er ist jedoch in keiner VDE-Vorschrift als solches genau definiert. Vielmehr leitet er sich aus der Interpretation normativer Beschreibungen ab, die lauten:
„... zum Schalten berechtigte Person ...“
Hieraufhin hat sich in der Praxis der Begriff „Schaltberechtigung“ etabliert.
Es besteht ein einheitliches Verständnis für die Personengruppe, die eine Schaltberechtigung erhalten kann. Auf der Basis besonderer Qualifikation und Sorgfalt führt der Schaltberechtigte durch Beauftragung des Schaltanweisungsberechtigten klar definierte und beschriebene Schalthandlungen (Schaltungen) in Anlagen mit besonderem Gefahrenpotential durch. Daher dient diese Veranstaltung hauptsächlich der Sensibilisierung zum Thema Arbeitssicherheit im Elektrobereich.
Um Missverständnisse und damit unweigerlich verbundene Elektrounfälle zu vermeiden, hat sich in der Praxis eine eigene Form der Verständigung in bezug auf die eigentliche Schalthandlung bewährt, als sog „Schaltgespräch“ mit ausgewählten „Schaltkommandos“.
Diese Veranstaltung unterweist die Teilnehmer in allen relevanten Fragen zum Thema „Schaltberechtigung“ als Grundlagenseminar. Die eigentliche Erteilung der Schaltberechtigung erfolgt danach innerbetrieblich durch den Unternehmer bzw. durch seine verantwortliche und entsprechend qualifizierte Elektrofachkraft und/oder ggf. durch die Energiewirtschaft.
Zielgruppe
- Elektrofachkräfte (EF): Elektroingenieure, Elektrotechniker, Elektromeister, Elektromonteure, Elektrofachkräfte für festgelegte Tätigkeiten (EFffT) aus Energieversorgungs- und Industrieunternehmen (z.B. Stadt- und Elektrizitätswerken).
- Elektrotechnisch unterwiesene Personen (EUP), die einen Auftrag zur Schalthandlung erhalten sollen und denen daher die Schaltberechtigung erteilt werden soll.
- Schaltberechtigte, die aufgrund seltener Schalthandlungen eine Auffrischung ihrer Kenntnisse benötigen und wiederholt für die Gefahrenpotentiale sensibilisiert werden sollen.
Fachliche Leitung
Dipl.-Ing. Georg Jaanineh
GELTEC - Gesellschaft für Entwicklung von Labor- und Industrietechnik,
DE - 45525 Hattingen
Inhalt
Teil 1
Gefahren des elektrischen Stromes und Unfallbeispiele
- Körperwiderstände
- Wechselströme
- Gleichströme
- Wechselströme über 100Hz
- Herzkammerflimmern
- Große Stromstärken
- Berührungsspannungen
- Störlichtbögen (Verbrennungen und Verblitzungen)
- Konsequenzen aus den Untersuchungen
Unfallbeispiele
- Ergebnisse der Unfallforschung
- Unfallbeispiele aus der Praxis
Teil 2
Rechtliche Grundlagen für das Arbeiten im Elektrobereich
- BGV A3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“
- Auszüge aus der VDE 0105-100 „Betrieb von elektrischen Anlagen“
Teil 3
Ausrüstungen, Schutz- und Hilfsmittel, Werkzeuge
- Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
- Spannungsprüfer und -prüfsysteme
- Phasenvergleicher
- Schutz- und Hilfsmittel zum sichern Arbeiten
Teil 4
Schalthandlungen
- Netzsysteme im Überblick
- Bestimmungen aus Sicht der VDE 0105
- Gründe für Schalthandlungen
- Organisation der Schalthandlungen
- Anwendung der 5 Sicherheitsregeln
- Schaltauftrag und Schaltgespräch
- Verhalten im Störungsfall und Nachweisführung
- Erteilung der Schaltberechtigung
Teilnahmebescheinigung
Nach Abschluss des Seminars erhalten die Teilnehmer eine Teilnahmebescheinigung mit Auflistung der vermittelten Themen.
Dauer der Veranstaltung
2 Tage (ca. 16 UE)
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