Signalgenerator (BGEN1)

Beschreibung und Anwendungsbeispiele

Abb.: Signalgenerator
Best.-Nr. 201-00013

Mit dem Fortschreiten der technologischen Entwicklungen müssen Anwender lernen, die Größenordnung und damit die modulare Einteilung eines technischen Systems einzuschätzen. Von der Systemstruktur hängt die Spezifikation der einzelnen Aufgabenstellungen für jede modulare Einheit ab, die zur Gestaltung der Gesamtlösung führt. Unabhängig von der Größenordnung des technischen Prozesses, also angefangen von der Messung einer speziellen physikalischen Größe mit einem Sensor über das Stellen einer Prozessgröße mit einem Aktor bis hin zur kompletten Fabrikautomation, lassen sich immer wieder zwei wesentliche Verarbeitungsstrukturen beim Umgang mit den Signalgrößen feststellen, nämlich das Steuern und das Regeln.

Diese Signalgrößen können z.B. Ströme und Spannungen, man spricht von elektrischen Signalgrößen, aber auch Druck, Temperatur, Drehzahl, Geschwindigkeit, Beleuchtungsstärke usw. sein, man spricht dann von nicht-elektrischen Größen.

Die wesentlichste Aufgabe der Regelung besteht darin, eine bestimmte Prozessgröße (Regelgröße, Istwert x) unabhängig von auftretenden Störungen auf einen vorgegebenen Führungswert (Sollwert w) zu bringen, der je nach Vorgabe, zeitlich konstant oder auch veränderlich sein kann.

In der Regelungstechnik ist z.B. der Signalgenerator als periodischer Sollwertgeber Bestandteil des einschleifigen Regelkreises gem. Abb.1:

Abb.1: Der Signalgenerator als Sollwertgeber im Regelkreis

Im störungsfreien Idealfall stimmen der Vorgabewert w (z.B. Drehzahlwert eines Motors laut Programm) und der Istwert x (tatsächlich gemessene Drehzahl im Prozess) überein. In einem solchen Fall ist die Regelabweichung e zwischen Soll- und Istwert Null. Die Übereinstimmung von Soll- und Istwert kann aber durch auftretende Störungen z (z.B. Lastschwankungen, Reibung) nicht immer gegeben sein. Jetzt ist es die Aufgabe der Regelung diesen Unterschied durch einen ständigen Vergleich von Führungs- und Regelgröße selbständig zu erkennen und gegebenenfalls auszuregeln, bis der Vorgabewert mit dem Istwert wieder übereinstimmt.

Die Regelung erfordert die kontinuierliche Messung der Istgröße und den Vergleich mit der Sollgröße. Dies geschieht in einem geschlossenen Wirkungsablauf. Man spricht wegen der Kreisstruktur von einem Regelkreis.

In der Praxis kommen ganz unterschiedliche Regelungsstrukturen zum Einsatz. Diese unterscheiden sich vor allem in der Art und Weise, wie für einen betrachteten Regelkreis die Führungsgröße w generiert wird. Dies beeinflusst auch die Reglereinstellung, denn es ist regelungstechnisch ein Unterschied, ob sich in erster Linie die Führungsgröße des Regelkreises ändert oder ob vor allem Störgrößen auszuregeln sind. 

Abb.2: Führungs- und Störungsverhalten
  • Das Führungsverhalten wird danach beurteilt, wie schnell und exakt die Regelgröße einen neu vorgegebenen Sollwert erreicht.
  • Ein gutes Störungsverhalten ist dadurch gekennzeichnet, dass der Regler beim Auftreten einer Störung den ursprünglichen Gleichgewichtszustand sehr schnell wiederherstellt.
Signalgenerator als Sollwertgeber im Regelkreis

Das vorliegende Lehrmittel Signalgenerator des Trainingssystems BASICS ist für den Einsatz im Bereich der Regelungstechnik konzipiert. Das allgemein verwendete Symbol des Signalgenerators zeigt Abb.3:

Abb.3: Symbol des Signalgenerators

Abb.4 zeigt den Einsatz des Signalgenerators als periodischer Sollwertgeber im einschleifigen Regelkreis:

Abb.4: Einsatz des Signalgenerators als Sollwertgeber im Regelkreis

Die Aktorik umfasst die gesamte Stelleinrichtung mit allen technologischen Einzelheiten. Dies ist besonders dann zu beachten, wenn hier größere Energien umgesetzt werden.

Der Messwandler verarbeitet die Signale des Sensors am Messort. In der Übertragungseinheit ist stellvertretend die gesamte Wandlungskette inklusive aller Übertragungskomponenten (Transmitter) udgl. enthalten.

In erster Linie besteht die Aufgabe des Reglers darin, plötzlich auftretende Störungen so schnell und so genau wie möglich auszuregeln und damit die aufgrund einer Störung entstandene Differenz zwischen Soll- und Istwert zu Null zu machen bzw. zu reduzieren. Allein das Halten eines bereits eingestellten Istwertes erfordert auch eine Regelung. Wie das Regelverhalten aussieht, hängt schließlich von allen Regelkreiskomponenten und deren Zusammenwirken ab.

Wenn alle Regelkreiskomponenten ausgewählt und eingestellt sind und die Regelstrecke in ihrem Wesen (Strecke mit Ausgleich oder ohne Ausgleich) bekannt ist, dann bestimmt der Typus des Reglers mit seinen (im stetigen Fall) drei möglichen Varianten (P, I und D) dieses Regelverhalten. 

Signalgenerator als Störgrößengeber im Regelkreis

Neben dem Einsatz als Sollwertgeber ist der Signalgenerator natürlich auch als Generator für Störgrößen verwendbar. In einem solchen Fall lässt sich sehr gut im praktischen Einsatz studieren, wie sich die Angriffsstelle der Störung z im Regelkreis auswirkt. Hierbei wird festzustellen sein, dass der Störgrößenort sehr wohl für das Regelergebnis mit eingeht. Die nachfolge Abbildung zeigt dies exemplarisch für fünf mögliche Angriffsstellen. In allen Fällen ist die Störgröße dem entsprechenden Signal additiv überlagert:

Abb.5: Einsatz des Signalgenerators als Störsignalgeber im Regelkreis
Signalgenerator als Testsignalgeber

Der Signalgenerator erzeugt wahlweise Rechteck- und Dreiecksignale. Diese können auch als Testsignale zur Analyse von Regelkreiskomponenten verwendet werden.

Bewährt hat sich die Analyse von differenzierenden Komponenten (D-Komponente) mit periodischen dreieckförmigen Testsignalen am Eingang des zu analysierenden Moduls. Der Ausgang liefert dann ein rechteckförmiges Signal: 

Abb.6: Einsatz des Signalgenerators als Testsignalgeber (Einstellung „Dreieck“)

Darüber hinaus kann man integrierende Komponenten (I-Komponenten) recht einfach mit periodischen rechteckförmigen Testsignalen am Eingang des zu analysierenden Moduls austesten. Der Ausgang liefert in einem solchen Fall ein dreieckförmiges Signal: 

Abb.7: Einsatz des Signalgenerators als Testsignalgeber (Einstellung „Rechteck“)
Signalgenerator als Taktgenerator

Der Signalgenerator ist als Taktgenerator in Anwendungsbereichen der analogen und digitalen Schaltungstechnik einsetzbar. Die Einsatzmöglichkeiten des Generators steigen durch eine variable DC-Offsetspannung sowie durch die zwischen 0,1V bis 10V einstellbare Amplitude des Ausgangssignals.

Schaltungsanalyse

Für eine Schaltungsanalyse sind dokumentierte Messpunkte auf der Platine vorgesehen. 

Schaltungserweiterungen

Darüber hinaus befindet sich auf ihr ein separates Padfeld für anwenderspezifische Schaltungserweiterungen.

Zwei Produktvarianten (A und B)

Damit möglichst viele Anwendungen mit der Karte realisiert werden können, wird sie in zwei Varianten A und B ausgeliefert, d.h. durch die entsprechende Bestückung kann jeweils eine Variante fest aufgebaut werden. Grundsätzlich werden alle Bauteile ausgeliefert, so dass der Anwender entscheiden kann, welche Bestückung in seiner Anwendung die sinnvollste ist. Bei fertig aufgebauten und getesteten Karten wird je nach Bestellung eine Variante werksseitig bestückt und die zusätzlichen Bauteile für die andere Variante beigefügt. Pläne und Stücklisten liegen für beide Varianten bei.

Lage der Bedienelemente auf der Frontplatte

Abb.10: Aluminiumfront

Datenblatt

Hinweis:
Alle Daten verstehen sich als typische Werte. Abweichungen insbesondere durch Bestückungsänderungen möglich. Änderungen vorbehalten.

Lieferumfang

Die Lieferung erfolgt je nach Best.-Nr. als fertig aufgebaute und getestete Baugruppe (Fertiggerät) bzw. als kompletter Bauteilsatz zu praktischen Lötübungszwecken (Bausatz). Zubehör ist optional und muss extra bestellt werden. Dieses Zubehör gehört nicht zum Lieferumfang.

hier: Vollständige Produktbeschreibung als Download

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